Sanierung Kirchendach

08.08.2024

Chefredakteur Ralf Uwe Heer von der Heilbronner Stimme berichtet von der Kirchturmrenovierung

Positive Meldungen gibt es bei der Sanierung des Kirchturms in Langenbrettach. Für 900 000 Euro wird der historische Turm akribisch saniert, wie in unserem 360-Grad-Video zu sehen ist. Tausende Schieferplatten werden von Hand angebracht. Auch das Einpassen des Ziffernblattes ist eine Kunst für sich. Beeindruckend, wie das in schwindelerregender Höhe auf dem Kirchenareal, dessen
Ursprünge zurück ins 13. Jahrhundert reichen, umgesetzt wird. Beim Kirchturmfest wird nächste Woche vorab gefeiert – auch mit einer Zeitkapsel, in der die aktuelle Stimme-Ausgabe für die Nachwelt erhalten bleibt. Eine schöne Tradition.
360 Grad | Spektakuläre Kirchturmsanierung Brettach | 08.08.24

Autor: Chefredakteur der Heilbronner Stimme Uwe Ralf Herr vom 9. August 2024

Hier berichtet die Heilbronner Stimme noch mehr von der Kirchturmrenovierung in Brettach

11.03.2024

Öffnung der Dokumentenkapsel aus der Kirchturmzier Brettach

Am Montag, 11. März 2024, versammelte sich eine große Schar neugieriger Brettacher Bürgerinnen und Bürger auf dem Lindenplatz vor der Kirche. Die Blicke gingen oft zum Kirchturm hinauf. Lange Zeit passierte nicht viel Spektakuläres. Die Abnahme der Kirchturmzier selbst konnte nicht gesehen werden, weil das Turmgerüst die Sicht verdeckte. Dann kam Karl Simpfendörfer mit der Dokumentenkapsel in der Hand vom Turmgerüst herunter. Was würde wohl in der Kapsel enthalten sein? Keiner konnte es sagen. Zusammen gingen die Neugierigen ins Gemeindehaus. Mit einer Metallsäge musste die Kapsel aufgesägt werden, was einige Zeit beanspruchte. Dann kam der große Moment. Aus der Kapsel konnten in sehr gutem Zustand entnommen werden:
eine Tageszeitung der Heilbronner Stimme vom 13. Oktober 1973, eine Ausgabe vom Evangelischen Gemeindeblatt von 21. Oktober 1973, zwei Kirchengemeinderatsprotokolle über die Kirchturmrenovierung 1973 und eine 5 Mark-Münze von 1951. Zunächst einmal waren die Gesichter etwas „lang“. Das war kein toller Kirchenschatz, keine Sammlung unbekannter
historischer Archivalien. Doch schnell erlangte die Zeitung Aufmerksamkeit. Die Schlagzeilen von damals erinnern sehr an heute: „Israel sucht schnelle Entscheidung an der syrischen Front“, „Zwischenbilanz in der Agrarpolitik“, „256 000 Metallarbeiter treten in Ausstand“, „Wird Strom teurer?“. Dann schlug Pfr. Heinritz den Regionalteil auf und was fand er? Ein Bild der eingerüsteten Brettacher Kirche und ein Artikel über die damalige Kirchturmsanierung. Das war unerwartet und freute alle Anwesende. Sogleich gingen die Gespräche los, wie es damals war. Die Erinnerungen bei den älteren Anwesenden wurden wach. Das hatte sich dann doch gelohnt, zu kommen! Es war eine fröhliche Runde.

Bericht aus der Heilbronner Stimme vom 13. Oktober 1973:

Wertvolle Dokumente vernichtet
Der 36 Meter hohe Brettacher Kirchturm präsentiert sich seit einiger Zeit mit einem Korsett. Bei
der Abmontierung der neu zu vergoldenden Kugel machte man eine bedauerliche Entdeckung:
Die Kugel war durch mehrere Einschüsse (vermutlich Kleinkalibergewehr) durchlöchert, so daß
die sich in der Kugel befindlichen Dokumente durch den Witterungseinfluß total unleserlich und
verfault waren. Da der Kirchturm durch Witterungseinflüsse und das Innere des Turmes
reparaturbedürftig wurde, hat sich der Kirchengemeinderat zu der mit ca. 90 000 DM
verbundenen Renovierung entschlossen.

KGR-Protokoll vom 8. Februar 1973:

Der Kirchengemeinderat hat am 13. Okt. 1972 Kirchenrenovierung beschlossen, die hiesige
Kirche mit einem Kostenaufwand von DM 110 000.- renovieren zu lassen. Dieser Beschluß
wurde vom Evang. Oberkirchenrat nicht genehmigt. Mit Schreiben v. 5.Januar 1973 hat er
mitgeteilt, dass die vorgesehenen Entfeuchtungsmaßnahmen vorläufig zurückzustellen seien. Die
Summe des Kostenanschlags solle sich dadurch um DM 16 000.- für Entfeuchtung + DM 5 500.-
für Putzablösen auf ca., DM 88 500.- vermindern. Herr Architekt Schäfer hat dann in seinem
Schreiben v. 12.1.73 mitgeteilt, dass das Zurückstellen der Entfeuchtungsmaßnahmen auch vom
fachlichen Standpunkt zu vertreten sei. Nach dem Vorschlag des Oberkirchenrats soll der neue
Kostenanschlag sich auf eine runde Summe von DM 90 000.- belaufen.
Der Kirchengemeinderat beschließt deshalb folgenden neuen Kostenanschlag für die
Renovierungsarbeiten in der Kirche:
A. Gerüstarbeiten DM 10 600.-
B. Dachdeckerabeiten DM 15 200,-
C. Turmzierarbeiten DM 1 200.-
D. Blitzschutzarbeiten DM 1 640.-
E. Flaschnerarbeiten DM 11 000.-
E. Zifferblattarbeiten DM 2 500.-
G. Zimmerarbeiten DM 13 000.-
H. Holzschutzarbeiten DM 7 000.-
I. Schreinerarbeiten DM 6 000,-
K. Gipserarbeiten DM 3 500.-
L. Feuchtigkeitssan.arbeiten DM --,-
M. Elektroarbeiten DM 1 200.-
N. Steinmetzarbeiten DM 7 400.-
0. Malerarbeiten DM 4 800.-
P. Unvorhergesehenes DM 4 960.-
Kostenanschlagsumme DM 90 000.-
Der Kirchengemeinderat hat im Benehmen mit der Kirchl. Verwaltungsstelle Heilbronn für diese
Ausgaben einen Kostendeckungsplan aufgestellt. Dabei wurde berücksichtigt, dass lt. Schreiben
von Herrn Architekt Schäfer v. 12.1.73 die Arbeiten am Turm einen Aufwand von insgesamt DM
24 000.- ergeben. Da die bürgerliche Gemeinde Brettach verpflichtet ist, vom Aufwand für den
Turm einen Anteil von 50 % zu tragen, kann mit einem Beitrag der bürgerl. Gemeinde von DM
12 000.- zu den Gesamtkosten gerechnet werden.
Somit wurde vom Kirchengemeinderat folgender Kostendeckungsplan aufgestellt:
Opfer und Spenden DM 3 600.-
Zuweisung v. ordentl. Haushalt DM 10 400.-
Entnahme aus der Rücklage DM 5 600,-
Sonderzuweisungen DM 16 400.-
Kostenanteil der bürgerl. Gde. DM 12 000.-
Zuschuß aus dem Ausgleichsstock DM 42 000.-
zusammen: DM 90 000.-
Der Kirchengemeinderat beschloß, dass die obengenannten Arbeiten ausgeführt werden sollen.
Der Ev. Oberkirchenrat soll um Genehmigung gebeten werden.

Urkunde vom 25. Oktober 1973

gefertigt anläßlich der Kirchenrenovierung im Herbst 1973 eingelegt in die Turmzier im Oktober 1973.
Die Kirchengemeinde Brettach umfaßt z.Zt. 1002 evangelische Gemeindeglieder. Der Gottesdienstbesuch am Sonntag ist gut. Allerdings zeigen sich auch in Brettach Tendenzen, die auf eine Entkirchlichung der Bevölkerung abzielen. Wir wollen uns dadurch nicht entmutigen lassen und nach wie vor fröhlich das Evangelium verkündigen und auch versuchen, danach zu leben.
Der Kirchengemeinderat setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
Pfarrer Werner Podratz, 1.Vorsitzender
KGR Karl Simpfendörfer, 2. Vorsitzender
KGR Helmut Simpfendörfer, Kirchenpfleger
KGR Rudolf Simpfendörfer
KGR Paul Simpfendörfer
KGR Wilhelm Scheuber
KGR Helmut Gebhardt
KGR Hermann Heinzmann
KGR Karl Ehmann
Organisten sind: Herr Karl Simpfendörfer und Frau Dora Heiß.
Mesnerin ist: Frau Emilie Lumpp.

Bürgerliche Gemeinde:
Die Gemeinde hat in der jüngsten Vergangenheit die Einwohnerzahl 1 200 erreicht. Bis jetzt ist die Gemeinde noch selbständig und wird durch Herrn Bürgermeister Heinz Waibel geleitet. Die bäuerlichen Betriebe sind stark zurückgegangen. Im Jahre 1968 waren es 126, heute zählt man nur noch 90 bäuerliche Betriebe. Vermutlich werden sie noch weiter zurückgehen. Die EWG arbeitet auf eine weitere Verminderung hin. - Am Ort befinden sich 4 mittlere Industriebetriebe, wo insgesamt 70 Personen von Brettach Arbeit finden. Im ganzen werden in den Betrieben 120 Personen beschäftigt« - Die Schule wurde in der letzten Zeit umfunktioniert. Am Ort befinden sich nur noch das 1. und 2. Schuljahr. Mit der Gemeinde Langenbeutingen wurde ein Schüleraustausch organisiert. Die Schüler des 1. und 2. Schuljahrs beider Gemeinden besuchen in Brettach die Schule. Die Schüler des 3. und 4. Schuljahrs beider Gemeinden besuchen in Langenbeutingen die Schule. Alle andern Schüler besuchen die Schule in Neuenstadt. Alle Schüler werden in Omnibussen befördert. - Bis jetzt konnte man keine besonderen positiven Auswirkungen dieser 'Schule auf Rädern' feststellen.

Übergemeindliche Verhältnisse:
Gegenwärtig versucht man, durch allerlei Reformen die Strukturen des öffentlichen Lebens zu verbessern. Verschiedene kleinere Gemeinden werden zu einer größeren Gemeinde zusammengeschlossen. Die Landkreise wurden zum Teil vergrößert, zum Teil aufgelöst. Man will dadurch die Arbeit der Behörden rationalisieren. Ob sich diese Neuerung positiv auswirkt, werden spätere Geschlechter entscheiden können.

Politik:
Im Oktober dieses Jahres ist ein neuer Krieg zwischen den arabischen Staaten und Israel ausgebrochen. Den Krieg hat Ägypten vom Zaun gebrochen. Viele Menschen mußten ihr Leben lassen. Es wird geschätzt: ca. 20 000. Die UNO hat eine  Waffenstillstandsresolution verfaßt. Bis jetzt waren die beteiligten Staaten nicht bereit, dieser Aufforderung nachzukommen. Man kämpft weiter. - Meiner Ansicht hat dieser Krieg für die ganze Menschheit ein Warnsignal gesetzt. Eigentlich sollte es allmählich allen Menschen deutlich werden, dass man 1. das Paradies auf dieser Erde mit materiellen Mitteln nicht erreichen kann, und 2, dass man überhaupt kein Paradies auf dieser Erde erschaffen kann.

Kirchenrenovierung:
Die Leitung der Kirchenrenovierung liegt in den Händen von Herrn Architekt Schäfer, Ilsfeld.
Folgende Handwerker haben bei der Erneuerung mitgearbeitet:
Fa. Kilgus, Heilbronn, Gerüstarbeiten
Fa. Lang, Heilbronn, Dachdeckerarbeiten
Fa. Walter, Neudeck, Zimmerarbeiten
Fa. Bürk, Brettach, Flaschnerarbeiten
Fa. Wörbach, Brettach, Malerarbeiten
Fa. Seeberger, Brettach, Gipserarbeiten
Fa. Engelhardt, Brettach, Elektroarbeiten
Fa. Hoch, Stuttgart, Holzschutzarbeiten
Fa. Hörz, Ulm, Arbeiten an der Turmuhr
Fa. Gebhardt, Brettach, Schreinerarbeiten
Wir hoffen und wünschen, dass auch diese Arbeiten an der Kirche in Brettach dazu dienen, dass sie unserem Gott zur Ehre und seiner Gemeinde in Brettach zum Heil gereichen.
anno domini 1973

19.08.2023

Ein neues Dach für Gottes Haus

Wenn eine Kirchensanierung ansteht, werden die Kirchenakten durchforstet. Viele schöne Geschichten und Details kamen ans Licht. Mit dem neuen Büchlein nehmen wir Sie auf unsere Entdeckungsreise mit. Aber eine Kirche ist nur totes Gestein und Museum, wenn in ihr nicht unser Glaube an Jesus Christus gefeiert und verkündet wird. Die Brettacher Kirchengemeinde lebt den Glauben. Auch davon berichtet unser Buch.
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02.08.2023

Herr Kempka fertigt eine Kreuzskulptur aus den alten Dachbalken

Liebe Freunde, mit Genehmigung unseres Bürgermeisters Natter konnte ich das Brettacher Kreuz auf unserem Friedhof aufstellen.
Das Kreuz auf dem Kirchenschiff ist aus den morschen Schwarzwälder Fichtenholzbalken aus dem Jahr 1572 zu einer kleinen Skulptur zusammengestellt. Das Besondere ist, dass die Löcher in den Stämmen, in denen die Stämme mit Seilen zusammengebunden wurden, noch vorhanden sind. So wurde das Flößen auf dem Neckar bis Heilbronn möglich.
Diese Löcher habe ich wieder mit einem Seil verbunden. So kann das Seil zu einem Symbol für die Verbundenheit der Gemeinde mit Gott verstanden werden. Die rötliche Tafel ist ein abgebrochener, handgestrichener Ziegel des Kirchendachs unbestimmten Datums.
Die "Lebensdauer" dieser Skulptur ist im Freien sehr begrenzt. Sie wird "wegen Zerfalls" sicherlich bald hinüber sein.
Guckt doch einfach mal vorbei! Herzliche Grüße, Günther Kempka
01.08.2023

Volksbank Möckmühl unterstützt die Kirchendachsanierung in Brettach

Bei einem Ortstermin überreichte die Volksbank Möckmühl, vertreten durch Vorstand Alexander Britsch und Abteilungsleiter Marketing Jens Fischer, der Kirchengemeinde Brettach einen symbolischen Scheck von 5000€ für die Sanierung unseres Kirchendachs. Die Förderung entstammt aus dem Teil des GewinnSparens, der sozialen und gemeinnützigen Einrichtungen unterstützt.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle VR-GewinnSparerinnen und VR-GewinnSparer und der Volksbank Möckmühl, die diese tolle Spende ermöglicht haben!

Wie geht es mit der Dachsanierung weiter?
Die Arbeiten am Dach des Kirchenschiffs werden im August fertig. Wenn die Zimmerer ihre Arbeiten beendet haben, beginnen die Malerarbeiten an der
Außenfassade des Kirchenschiffs. Anschließend wird das Gerüst abgebaut.
Dann ist erst einmal Pause bis zum Januar. Die Planungen für das Kirchturmgerüst haben sich als so schwierige herausgestellt, dass erst nach den
Weihnachtsferien mit dem Gerüstaufbau für den Kirchturm begonnen werden kann. Das ist eine Verzögerung von einem Jahr. Nach jetziger Bauzeitenplanung werden die Sanierungsarbeiten erst zu den Sommerferien 2024 komplett abgeschlossen.

25.05.2023

Scheckübergabe Denkmalförderung für die Kirchendachsanierung

Die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi MdL, überreichte am 25. Mai 2023 im Stuttgarter Landtag symbolische Schecks an elf Denkmaleigentümerinnen und -eigentümer aus Baden-Württemberg. Das Land unterstützt sie bei der Sanierung ihrer Kulturdenkmale jeweils mit einer Förderung im Rahmen der ersten Tranche des Denkmalförderprogramms 2023.
Die Brettacher Kirchengemeinde erhielt eine dieser Förderungen für die Instandsetzung des Tragwerks und des Turmdachs der Evangelischen Kirche in Höhe von 81.900 Euro.

Weitere Informationen zur Denkmalförderung finden Sie hier in den Pressemitteilungen

19.05.2023

Bilderupdate Kirchendachsanierung

13.08.2021

Deutlich höhere Kosten für die Kirchendachsanierung

Liebe Gemeindeglieder, in den letzten Wochen hat das Architekturbüro Weinreich ausführlich unsere Kirche untersucht und ausgemessen. Das Ergebnis ist für uns sehr ernüchternd. Das Tragwerk unseres Kirchenschiffdachs ist in seiner Substanz geschädigt.
Im Zuge der Voruntersuchungen hat sich herausgestellt, dass die Schäden im Langhausdach größer sind als zuerst angenommen. Nach der Säuberung und Ausräumung der Dachtraufen, konnten die Schäden erst entdeckt werden. Es sind ausnahmslos alle Fußpunkte der Sparren vollständig zerstört. Es kam zu größeren Verformungen. Die Wände sind verschoben, die Balken verbogen. Zwingend muss zusammen mit der Umdeckung des Turmes die Reparatur dieser Schäden in Angriff genommen werden. Die Reparatur ist sehr aufwendig und verursacht hohe Kosten.
Die Kosten der Maßnahmen an Turm und Schiff belaufen sich nach neuester Kostenberechnung auf über 700.000 € (Schiff 360.000€ + Turm 340.000€). Der Kirchengemeinderat hat in seiner letzten Sitzung die Maßnahmen und Kosten beraten und sie einstimmig beschlossen. Die Kirchengemeinde kann von hohen Zuschüssen ausgehen: Ausgleichsstock Landeskirche, Kirchenbezirk, Sonderprogramm Landeskirche für Kirchensanierung bei Dach und Fach, Gemeinde Langenbrettach (Turm entsprechend der Regelung durch die Ausscheidungsurkunde) und Denkmalamt. In den nächsten Wochen werden weitere Förderanträge beraten und gestellt. Als nächste Aufgabe müssen wir einen neuen Finanzierungsplan erstellen und ihn genehmigen lassen. Geplant ist, mit den Maßnahmen im Spätsommer 2022 zu beginnen.
Ihr Pfarrer Christoph Heinritz

Maßnahmenbeschreibung

Dachtragwerk: In der Dachkonstruktion des Langhauses sind größere, teilweise sehr gravierende Eingriffe durch Reparaturen in der Vergangenheit sichtbar. In den 1950. Jahren wurden Hängewerke mit teils gemauerten und teils betonierten Auflagern über den Fünfkant- und Mauerschwellen eingebaut um die Stützen im Kirchenraum entfernen zu können. In den Bereichen der Umschließung mit Steinen und Beton sind die entsprechenden Hölzer durch Fäulnis weitestgehend zerstört und der zugfeste Längsverband ist mehrfach unterbrochen. Die Mauer- und Fünfkantschwellen werden soweit möglich mit zimmermannsmäßigen Verbindungen ertüchtigt. Es werden zusätzliche Hölzer eingebaut, da durch den Einbau der Auflager des Hängewerkes in den 1950. Jahren eine Herstellung des Längsverbandes mit der Originalsubstanz nicht mehr möglich ist. Diese entsprechen den größtmöglichen einbaubaren Querschnitt und werden mittels Hartholzdübeln mit den entsprechenden Bauteilen verbunden und vollflächig untermörtelt, um wieder einen zugfesten Längsverband herzustellen.
Da sich alle Fußpunkte von Sparren zu Deckenbalken am Langhaus in einem desolaten Zustand befinden und es bereits zu Verformungen gekommen ist, werden die Deckenbalken zimmermannsmäßig ertüchtigt und auf ihre ursprüngliche Länge verlängert. Da sich auch sämtliche Aufschieblinge, falls vorhanden, in sehr schlechtem Zustand befinden, werden diese entfernt und durch den bauzeitlichen Aufschieblingen in Art und Lage entsprechende ersetzt. Des Weiteren sollen die Verbindungen der Stahlkonstruktion nachbefestigt werden.

Dachdeckung Schiff: Die Traufen müssen zur Ausführung der Zimmerarbeiten an den Schwellen und Sparrenfußpunkten aufgedeckt und die Lattung entfernt werden. Diese Bereiche werden nach Abschluss der Arbeiten wieder eingelattet und mit den Bestandsziegeln eingedeckt. Am Übergang des Hauptdaches zum Turm werden die Blechanschlüsse der Biberschwanzdeckung fachgerecht mit Nockenblechen angeschlossen.

Zimmerarbeiten Turm: Nach der Entfernung der kompletten Dacheindeckung und Dachschalung in den Bereichen der Schwellenkränze werden die Knotenpunkte überprüft und je nach Erfordernis. nachbefestigt. Es wurde auf die vorhandene, vermutlich aus dem beginnenden 19. Jahrhundert stammende Schalung eine Nut- und Federschalung zur Befestigung des Unterdaches und des Schieferdaches aufgebracht. Bei den Zimmerarbeiten werden ebenfalls das Unterdach und die Vorarbeiten, wie Rückbauarbeiten ausgeführt.

Schieferdeckerarbeiten: Das Schieferdach wird als Altdeutsche Deckung mit eingebundenen Graten und Kehlen ausgeführt. Die Blechanschlüsse erfolgen ebenfalls durch den Schieferdecker.

Natursteinarbeiten: Größere Fehlstellen und Risse werden durch Antragungen, Vierungen oder Vernadelungen ertüchtigt, bzw. ausgebessert.

Außenputz: Der Putz am Sockel des Westgiebels soll, da dieser bereits hohl liegt und eine hohe Belastung durch bauschädliche Salze aufweist, entfernt werden. Der Neuverputz erfolgt mit einem auf die Gegebenheiten abgestimmten Kalkputz. Befunde des bauzeitlichen Altverputzes, falls vorhanden, werden dokumentiert und erhalten. Die Anschlüsse der Gesimskästen werden artgleich zum Bestandsputz ausgeführt. Der Turm erhält im kompletten verputzten Bereich einen Anstrich aus Silikatfarbe. Im Bereich des Traufanschlusses des Schiffes wird nur der angrenzende Bereich retuschiert.

Schreinerarbeiten: Der Anstrich der Schallläden soll entfernt und die Holzkonstruktion aufgearbeitet werden.

Malerarbeiten: Die Holzgesimse und sichtbaren Holzbauteile, außer den Schallläden, sollen mit Leinölfarbe gestrichen werden. Des Weiteren sollen bei den Fenstern des Anbaus der Anstrich abgenommen und mit Leinölfarbe gestrichen werden.

Turmzier und Zifferblätter: Die Turmzier und Zifferblätter sollen metallretauratorisch überarbeitet und falls erforderlich neu vergoldet werden.

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

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Schrift:

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